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Artikel: Opalmuster: Harlekin, Pinfire, Rolling Flash und was sie wert sind

Schwarzer Opal mit Harlekin-Muster aus großen eckigen Farbfeldern
Arten

Opalmuster: Harlekin, Pinfire, Rolling Flash und was sie wert sind

Opal-Wissen · Muster

Zwölf Zeichnungen, und eine kostet das Zehnfache

Opalmuster von Pinfire bis Harlekin entscheiden mit darüber, was ein Stein kostet. Gemeint ist die Zeichnung des Farbenspiels: winzige Punkte, breite Wellen oder eckige Felder wie ein Mosaik. Nach Helligkeit und Körperton ist das Muster der dritte große Preistreiber, und der einzige, den du ohne Messgerät selbst beurteilen kannst. Hier stehen die zwölf gängigen Muster mit Preisfaktor, dazu der Grund für die Seltenheit des Harlekins.

Quelle: TED-Ed. „Die buntesten Edelsteine der Welt“ von Jeff Dekofsky.
Schwarzer Opal mit Harlekin-Muster aus großen eckigen Farbfeldern
Das Harlekin-Muster: große eckige Farbfelder dicht an dicht wie ein Mosaik. Unter einem Prozent aller Edelopale zeigen das.

In einem Satz: Je größer und geschlossener die Farbfelder eines Opals liegen, desto seltener und teurer ist der Stein. Harlequin steht ganz oben, Pinfire ganz unten.

Was ist ein Opalmuster?

Ein Opalmuster ist die Anordnung, in der die Farbfelder eines Edelopals über die Steinfläche verteilt sind: winzige Punkte, zusammenhängende Flächen, schmale Bänder oder eckige Felder mit Kanten. Es beschreibt Form und Größe der leuchtenden Flächen, nicht die Farbe und nicht den Untergrund.

Drei Begriffe werden dabei ständig verwechselt. Der Körperton ist die Grundfarbe des Steins und ändert sich beim Drehen nicht. Die Spielfarbe ist das, was aufleuchtet, meist Blau und Grün, seltener Rot. Das Muster ist die Zeichnung, in der diese Spielfarben liegen. Wie die Farben zustande kommen, erklärt das Farbenspiel des Opals, welche Farbe was kostet steht in Opalfarben.

Ihre Namen stammen von den australischen Opalfeldern in Lightning Ridge und Coober Pedy, wo aus Alltagsbildern Fachbegriffe wurden: Fischhaut, Stroh, Steinplatten, Schriftzeichen.

Warum die Zeichnung den Preis bewegt, lässt sich in drei Wörtern fassen: Farbe pro Fläche. Ein Stein, dessen Feuer in großen, geschlossenen Feldern sitzt, zeigt aus jedem Winkel viel Farbe und wenig totes Grau. Winzige Punkte tragen dieselbe Farbmenge, auf hunderte Krümel verteilt. Schön ist beides, selten nur das eine.

Welche Opalmuster gibt es, und wie ordnen sie sich?

Zwölf Namen tauchen im Handel immer wieder auf, aufsteigend nach Wert von Pinfire bis Harlequin. Die Reihenfolge folgt einer einzigen Logik: Größe und Geschlossenheit der Farbfelder.

Opal mit Pinfire-Muster: winzige Farbpunkte wie Nadelstiche

Pinfire

Winzige Punkte, dicht gestreut wie Nadelstiche.

Opal mit Moss-Muster: Farbe in Fäden und Schlieren

Moss

Farbe in Fäden und Schlieren, wie Moos unter Wasser.

Opal mit Mackerel-Muster: längliche Streifen wie Fischhaut

Mackerel

Längliche, überlappende Streifen wie Fischhaut.

Opal mit Flagstone-Muster: große eckige Farbfelder wie Pflastersteine

Flagstone

Große eckige Farbfelder wie Pflastersteine, Kante an Kante.

Opal mit Broad-Flash-Muster: eine breite ruhige Farbfläche

Broad Flash

Eine breite Farbfläche liegt ruhig über dem Stein.

Opal mit Rolling-Flash-Muster: Farbwelle über den Stein

Rolling Flash

Die Fläche wandert beim Drehen als Welle über den Stein.

Opal mit Ribbon-Muster: parallele Farbbänder

Ribbon

Parallele Farbbänder in zwei oder drei Tönen.

Opal mit Chinese-Writing-Muster: eckige Farbstriche wie Schriftzeichen

Chinese Writing

Eckig gesetzte Striche wie Schriftzeichen. Selten und gesucht.

Opal mit Straw-Muster: feine sich kreuzende Farbnadeln

Straw

Feine strohhalmartige Nadeln kreuzen sich in Lagen.

Opal mit Floral-Muster: runde Farbfelder wie Blüten

Floral

Farbfelder gruppieren sich zu Rosetten wie Blüten.

Opal mit Block-Muster: zwei bis drei große Farbflächen

Block

Große geschlossene Farbblöcke mit klaren Kanten.

Opal mit Harlekin-Muster: eckige Farbfelder dicht an dicht

Harlequin

Eckige Felder dicht an dicht wie ein Mosaik. Unter einem Prozent aller Opale.

Die zwölf Kacheln zeigen die Zeichnung des Musters. Es sind keine Fotos eines bestimmten Verkaufssteins.

Gleichmäßig verteilt sich der Preissprung nicht: Zwischen Pinfire und Mackerel bewegt sich wenig, zwischen Block und Harlequin liegen Welten.

Muster Was du siehst Preisfaktor, Größenordnung
Pinfire Punkte unter einem Millimeter 1, der Bezugswert
Moss Fäden und Schlieren, moosartig 1 bis 1,5
Mackerel Längliche Streifen, leicht überlappend 1 bis 1,5
Flagstone Eckige Farbfelder wie Pflaster 1,5 bis 2
Broad Flash Breite, ruhige Farbfläche 2 bis 3
Rolling Flash Fläche, die als Welle wandert 2 bis 4
Ribbon Parallele Bänder 2 bis 4
Chinese Writing Eckige Striche wie Schriftzeichen 3 bis 6
Straw Gekreuzte Nadeln in Lagen 3 bis 6
Floral Rosetten aus Farbfeldern 4 bis 7
Block Große geschlossene Blöcke 4 bis 8
Harlequin Geschlossenes Mosaik ohne Lücken 10 und mehr
GSB-Zertifikat von Liberty Angels

Warum ist der Harlekin-Opal so selten?

Harlekin nennt der Handel ein Muster aus großen, eckigen Farbfeldern, die dicht an dicht liegen und die Fläche mosaikartig füllen. Weniger als ein Prozent aller Edelopale erfüllen das, weshalb der Harlekinopal als Königsklasse gilt und den höchsten Musteraufschlag trägt.

Der Grund liegt tief im Stein. Das Farbenspiel entsteht, weil sich winzige Kieselsäurekügelchen zu einem regelmäßigen Gitter stapeln, und jeder Bereich mit ununterbrochener Ordnung wird zu genau einem Farbfeld. Meist sind solche Bereiche Bruchteile eines Millimeters groß, deshalb sehen wir Punkte. Für einen Harlekin müssen die Kügelchen ihre Ordnung über mehrere Millimeter halten, Feld an Feld.

Seltenheit in Zahlen

Unter einem Prozent aller Edelopale zeigt ein echtes Harlekin-Muster. Schwarzopal wiederum macht weniger als fünf Prozent der australischen Förderung aus. Beides in einem Stein, dazu rotes Feuer, ergibt die Kombination der Auktionsrekorde.

Im Angebotstext steht das Wort trotzdem oft. Weil „Harlekin" verkauft, wandern Flagstone, Block und einfache Mosaikzeichnungen gern unter denselben Begriff. Mit bloßem Auge ist der Unterschied zu sehen, sobald du weißt, worauf es ankommt.

Echter Harlekin

Unter einem Prozent aller Opale

  • Eckige Felder mit geraden Kanten, die aneinanderstoßen
  • Felder etwa gleich groß, verteilt über die ganze Fläche
  • Kaum dunkle Zwischenräume, das Mosaik ist geschlossen
  • Beim Kippen bleiben die Felder stehen, nur die Farbe wechselt

Was oft so genannt wird

Nachbarmuster im Angebotstext

  • Runde oder ausgefranste Flecken statt gerader Kanten
  • Wenige große Felder auf sonst ruhiger, dunkler Fläche
  • Breite dunkle Nähte zwischen den Feldern, also Flagstone
  • Eine Zeichnung, die beim Drehen als Fläche wegwandert

Auf dunklem Körperton wird aus dem seltenen Muster das teuerste Stück Opal überhaupt. Rotes Harlekin-Feuer auf einem schwarzen Opal vereint drei Seltenheiten in einem Stein. Was das in Zahlen bedeutet, rechnet Wie viel ist ein Opal wert? vor.

Perfekte Regelmäßigkeit ist dagegen ein Warnzeichen: Im Labor gewachsener Opal ordnet seine Kügelchen so gleichmäßig, dass die Farbfelder fast identisch groß erscheinen, oft mit einer Säulenstruktur wie Echsenhaut. Nachzulesen beim synthetischen Opal.

Was ist ein Pinfire-Opal, und was ist er wert?

Pinfire heißt ein Muster aus winzigen Farbpunkten, meist unter einem Millimeter groß, dicht über die Fläche gestreut wie Nadelstiche. Es ist das häufigste Muster überhaupt und deshalb der Bezugswert, an dem sich alle anderen messen.

Makroaufnahme eines Opals mit Pinfire-Muster aus winzigen Farbpunkten
Pinfire aus der Nähe: hunderte Farbpunkte statt weniger großer Felder.

Günstig heißt hier nicht schwach. Ein Pinfire mit hoher Leuchtkraft auf dunklem Untergrund wirkt lebendiger als ein blasses Harlekin-Mosaik und kostet weniger, weil die Zeichnung häufig ist. Wer viel Farbenspiel je Euro sucht, wird hier fündig.

Zwei Verwandte tragen ähnliche Preisschilder: Beim Moss ziehen sich die Farben in Fäden durch den Stein, beim Mackerel liegen längliche Streifen überlappend wie Fischhaut. Beide wirken ruhiger als Pinfire und bewegen den Preis kaum.

Was macht Rolling Flash und Broad Flash aus?

Als Flash bezeichnet der Handel Muster, bei denen die Farbe nicht in einzelnen Feldern sitzt, sondern als zusammenhängende Fläche über den Stein läuft. Beim Broad Flash liegt sie ruhig auf der Oberfläche, beim Rolling Flash wandert sie beim Drehen als Welle über den Stein, ohne abzureißen.

Opal mit Rolling Flash: eine breite Farbwelle wandert über die Steinfläche
Rolling Flash: die Farbe läuft als geschlossene Welle über den Stein, statt in einzelne Felder zu zerfallen.

Für die Bewertung zählt, wie weit die Welle trägt. Rollt sie über die gesamte Fläche und wechselt dabei die Farbe, gilt das als lebendigstes Flächenmuster. Reißt sie nach dem halben Stein ab, sinkt der Wert entsprechend.

Hier hängt alles am Betrachtungswinkel, und deshalb gehört zu jedem Flash-Muster die zweite Frage: Zeigt der Stein sein Feuer rundum oder nur aus einer Richtung?

Was zählt neben dem Muster?

Vier Eigenschaften bewegen den Preis noch stärker als die Zeichnung: Richtungsabhängigkeit, Helligkeit, Körperton und führende Farbe.

Richtungsabhängigkeit

Gerichtete Steine zeigen ihr Feuer nur aus einem Winkel und wirken dunkel, sobald du sie kippst. Rundum-Feuer ist seltener und im Alltag der spürbare Unterschied.

Helligkeit

Die Leuchtkraft wird meist auf einer Skala von 1 bis 5 angegeben, andere Häuser rechnen mit sieben Stufen. Sie ist der stärkste Einzelfaktor und schlägt jedes Muster.

Körperton

Von N1, tiefschwarz, bis N9, weiß. Je dunkler der Untergrund, desto kontrastreicher leuchtet dieselbe Farbe darauf. Daher der Preis des Schwarzopals.

Farbdominanz

Rot vor Orange vor Grün vor Blau. Rot braucht die größten Kieselsäurekügelchen und ist deshalb am seltensten, Blau entsteht bei den kleinsten.

Opal mit brillantem, wie von innen leuchtendem blauem Farbenspiel
HellHohe Leuchtkraft: Jedes Feld wirkt von innen beleuchtet, das Muster ist gut zu lesen.
Matter grauer Opal ohne erkennbares Farbenspiel
MattGeringe Leuchtkraft: Welches Muster hier liegt, spielt für den Preis kaum eine Rolle.

Zusammen wirken die vier Faktoren miteinander, nicht nebeneinander. Ein Harlekin auf hellem Stein mit schwacher Leuchtkraft bleibt ein günstiger Opal, während ein leuchtender Broad Flash in Rot auf einem Körperton um N2 nach den Richtwerten aus Wie viel ist ein Opal wert? dreistellig je Karat beginnt. Prüfe deshalb die Helligkeit zuerst und das Muster zuletzt.

Welche Art überhaupt vor dir liegt, entscheidet noch davor: Schwarzopal, Kristallopal, Welo und Boulder werden nach eigenen Schlüsselkriterien beurteilt, nachzulesen in Opalarten im Überblick.

Wie bestimmst du das Muster deines Steins?

Fünf Minuten, eine Lampe und ein weißes Blatt reichen. Wichtig ist die feste Reihenfolge, sonst überlagert der erste Eindruck alles Weitere.

  1. Licht wählen

    Nimm eine punktförmige Lichtquelle oder Tageslicht am Fenster, aber keine pralle Sonne. Diffuses Licht verwischt die Feldkanten, und genau die willst du sehen.

  2. Senkrecht von oben schauen

    Lege den Stein flach vor dich und blicke gerade darauf. Diese Ansicht zeigt die Grundzeichnung: Punkte, Fäden, Streifen, Bänder oder Felder mit Kanten.

  3. Die Felder messen

    Vergleiche die Farbflächen mit der Steingröße: Punkte unter einem Millimeter sprechen für Pinfire, Felder ab zwei Millimetern mit geraden Kanten für Block oder Harlequin.

  4. Langsam kippen

    Neige den Stein in vier Richtungen um etwa dreißig Grad. Wandert die Farbe als zusammenhängende Fläche, hast du ein Flash-Muster. Bleiben die Felder stehen, ist es ein Feldmuster.

  5. Einmal ganz herumdrehen

    Dreh den Stein um die eigene Achse. Bleibt das Feuer aus jedem Winkel sichtbar, ist er rundum lebendig. Verschwindet es aus drei von vier Richtungen, ist er gerichtet.

Bleibt ein Zweifel, fotografiere den Stein unter derselben Lampe aus drei Winkeln und halte die Bilder neben das Raster oben. Den Weg zu einer belastbaren Einordnung zeigt Opal schätzen lassen.

Welche Form zeigt welches Muster am besten?

Große Muster brauchen Fläche, kleine kommen auch klein zur Geltung. Ein Harlequin verliert seine Wirkung, sobald der Schliff die Felder anschneidet, ein Pinfire wirkt im kleinen Cabochon genauso dicht wie im großen.

An den Formen im Sortiment lässt sich das nachvollziehen: ovale und runde Steine geben Flächenmustern Platz, Tropfen und Marquise führen gerichtetes Feuer an der Längsachse entlang, das Herz lebt von der Kontur. Am deutlichsten spürst du das am Opal-Ring, weil deine Hand den Stein durch wechselndes Licht führt.

Erst das Muster lesen, dann entscheiden

Bei Liberty Angels bekommst du ausschließlich echte Opale. Jedes Stück kommt mit dem GSB-Zertifikat zu deiner Bestellung und mit unserer 5-Jahre-Garantie.

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Häufige Fragen zu Opalmustern

Welcher Opal ist der seltenste?

Ein Harlekin-Opal mit rotem Farbenspiel auf tiefschwarzem Körperton. Das Muster allein kommt bei unter einem Prozent aller Edelopale vor, rotes Feuer und ein Körperton um N1 sind ebenfalls selten.

Was ist ein Harlekin-Opal?

Ein Opal, dessen Farbfelder groß, eckig und dicht an dicht liegen, sodass sie die Fläche wie ein Mosaik füllen. Runde Flecken oder breite dunkle Nähte gehören zu Flagstone oder Block, auch wenn Harlekin dransteht.

Was bedeutet Pinfire beim Opal?

Winzige Farbpunkte unter etwa einem Millimeter, dicht über die Fläche gestreut. Es ist das häufigste und damit günstigste Muster, was nichts über die Leuchtkraft aussagt.

Was ist Rolling Flash?

Eine zusammenhängende Farbfläche, die beim Drehen des Steins als Welle über die Oberfläche wandert. Trägt die Welle über die ganze Fläche und wechselt dabei den Ton, liegt der Preis deutlich über Pinfire.

Wie viel teurer ist ein Harlekin-Opal?

Als Größenordnung gilt das Zehnfache und mehr gegenüber einem sonst gleichen Pinfire-Stein. Eine genormte Preisliste gibt es nicht, und Leuchtkraft, Körperton und Farbe verschieben jeden Wert stärker als die Zeichnung.

Ändert sich das Muster, wenn ich den Stein drehe?

Die Farben wechseln, die Zeichnung bleibt. Bei Feldmustern stehen die Felder fest und tauschen nur den Ton, bei Flash-Mustern wandert die Fläche über den Stein.

Zeigen synthetische Opale auch Muster?

Ja, und oft auffällig gleichmäßige. Im Labor gewachsener Opal bildet Farbfelder ähnlicher Größe in regelmäßiger Verteilung aus, häufig mit einer Säulenstruktur wie Echsenhaut.

Wenn du unsicher bist oder Fragen hast, kannst du uns gerne jederzeit kontaktieren, auch wenn du den Opal nicht bei uns erworben hast. Kontaktformular, Mail an cs@libertyangels.de oder anrufen: +49 171 1603048.

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