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Artikel: Wie entstehen Opale?

Rohopal im Muttergestein als Ergebnis der Opal-Entstehung
Entstehung

Wie entstehen Opale?

Opal-Wissen · Entstehung

Geboren aus Wasser, Zeit und Stille

Wie Opale entstehen, ist vor allem eine Geschichte von Geduld: Was du als fertigen Stein in der Hand hältst, hat sich über Zeiträume gebildet, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. In dieser langen Zeit entscheidet sich auch, warum manche Steine leuchten und andere milchig bleiben.

Quelle: TED-Ed. „Die buntesten Edelsteine der Welt“ von Jeff Dekofsky.

Kein Opal gleicht dem anderen, und das fängt schon bei seiner Geburt an. Manche wachsen in der australischen Wüste, manche in vulkanischem Gestein in Äthiopien, manche dort, wo vor Urzeiten ein Stück Holz oder eine Muschel lag. Wir gehen den ganzen Weg mit, von einem Tropfen Wasser bis zum fertigen Farbenspiel an deiner Hand.

Roher Opal im Muttergestein

Woraus besteht ein Opal überhaupt?

Ein Opal ist erstarrtes Kieselgel: amorphes Siliziumdioxid mit eingelagertem Wasser, chemisch SiO₂·nH₂O. „Amorph" ist hier das Schlüsselwort. Anders als Quarz, Saphir oder Diamant hat der Opal kein geordnetes Kristallgitter. Er ist im Grunde uralt gewordenes Gel, und genau das macht ihn so eigen.

3–21%Wasseranteil im Stein
5,5–6,5Mohs-Härte (relativ weich)
amorphkein Kristallgitter

Wie entsteht ein Opal Schritt für Schritt?

Von einem Tropfen Wasser bis zum fertigen Stein vergehen Jahrmillionen. Der Weg läuft in fünf Schritten ab, und mit jedem Schritt rückt der Stein, den am Ende niemand zweimal findet, ein Stück näher.

1
Wasser löst Kieselsäure
Schritt 1 · der Anfang

Wasser nimmt Kieselsäure auf

Regen sickert über lange Zeiträume durch Böden und Gestein, die reich an Siliziumdioxid sind, und löst dabei Kieselsäure heraus. Zurück bleibt eine dünne, mineralhaltige Lösung, die langsam in die Tiefe wandert.

2
Sammeln in Hohlräumen
Schritt 2

Die Lösung sammelt sich in Hohlräumen

Sie dringt in Risse, Klüfte und Spalten ein, oft in solche, die durch tektonische Bewegungen, verwitterndes Gestein oder zerfallende Fossilien entstanden sind. Dort kommt sie zur Ruhe.

So sieht ein Hohlraum im Eisenstein aus, in dem sich die kieselsäurehaltige Lösung sammeln kann.
So sieht ein Hohlraum im Eisenstein aus, in dem sich die kieselsäurehaltige Lösung sammeln kann.
3
Das Wasser verdunstet
Schritt 3

Das Wasser verdunstet

Über lange Trockenphasen entweicht das Wasser nach und nach. Was bleibt, ist ein weiches Kieselgel, das den Hohlraum vollständig ausfüllt, der Rohstoff des späteren Steins.

4
Die Kügelchen ordnen sich
Schritt 4

Die Kügelchen ordnen sich

Im Gel formen sich winzige Siliziumdioxid-Kügelchen. Sind sie gleich groß und stapeln sie sich in einem regelmäßigen Gitter, ist der Grundstein für das Farbenspiel gelegt. Bleibt die Ordnung aus, wird es ein ruhiger, milchiger Opal.

5
Jahrmillionen vergehen
Schritt 5 · Jahrmillionen

Über Jahrmillionen erstarrt der Stein

Unter Druck verfestigt sich das Gel ganz langsam zu festem Opal. Wie langsam, lässt sich nur schätzen: Die großen australischen Vorkommen liegen in Gestein aus einem Binnenmeer der Kreidezeit, über hundert Millionen Jahre alt. Manche Quellen rechnen mit Millionen Jahren für wenige Zentimeter. Der Stein an deiner Hand ist älter als die Dinosaurier.

Jeder Opal trägt eine Geschichte aus einer Zeit, in der es weder Menschen noch Städte gab. Du trägst ein Stück Erdgeschichte.

Warum schillern Opale in allen Farben?

Das Farbenspiel entsteht nicht durch Farbstoffe, sondern durch reines Licht. Die winzigen Kieselsäure-Kügelchen liegen in einem regelmäßigen Gitter und wirken wie ein natürliches Beugungsgitter: Sie zerlegen einfallendes weißes Licht in seine Spektralfarben, ähnlich wie ein Regenbogen oder die Rückseite einer CD.

Der entscheidende Punkt: Welche Farbe du siehst, hängt von der Größe der Kügelchen ab. Kleine Kügelchen, rund 150 Nanometer, beugen kurzwelliges Licht und zeigen Blau und Violett. Große Kügelchen, etwa 350 Nanometer, beugen langwelliges Licht und zeigen Orange und Rot. Genau deshalb ist rotes Feuer im Opal so selten und so begehrt: Es braucht die größten, perfekt geordneten Kügelchen.

Und hier trennt sich Edelopal von gewöhnlichem Opal. Liegen die Kügelchen geordnet, entsteht das schillernde Farbenspiel. Sind sie unterschiedlich groß und chaotisch verteilt, bleibt der Stein milchig und ruhig. Beides ist echter Opal, nur hat die Natur einmal sauberer gestapelt als das andere Mal.

Mikrostruktur: gestapelte Kügelchen brechen Licht
Größe der Kügelchen Sichtbare Farbe Häufigkeit
größte (~350 nm) Rot am seltensten
groß (~280 nm) Orange selten
größer (~250 nm) Gelb seltener
mittel (~220 nm) Grün häufig
kleiner (~200 nm) Türkis häufig
klein (~190 nm) Blau am häufigsten
kleinste (~150 nm) Violett oft mit Blau

Welche Farbe verrät welche Struktur?

Tippe eine Farbe an.

RotEntsteht nur bei den größten, perfekt geordneten Kügelchen, rund 350 Nanometer. Deshalb ist rotes Feuer im Opal das seltenste und wertvollste.
OrangeBraucht große Kügelchen, rund 280 Nanometer. Das warme Leuchten, für das Feueropale berühmt sind.
GelbSitzt bei größeren Kügelchen, rund 250 Nanometer. Seltener als Grün, häufiger als Rot.
GrünVerlangt mittelgroße Kügelchen, rund 220 Nanometer. Eine der ausgewogensten und beliebtesten Opalfarben.
TürkisLiegt im Übergang zwischen Grün und Blau, rund 200 Nanometer. Besonders schön in äthiopischen Welo-Opalen zu sehen.
BlauEntsteht durch kleine Kügelchen, rund 190 Nanometer. Sie beugen kurzwelliges Licht, und Blau ist im Opal die häufigste Farbe.
ViolettDas kurzwellige Ende des Spektrums: feinste Kügelchen, rund 150 Nanometer, die das Licht am stärksten beugen.

Entstehen eigentlich alle Opale gleich?

Nein. Opal kann auf vier sehr verschiedene Arten entstehen, und der Weg prägt den fertigen Stein, von der Farbe über die Transparenz bis zur Herkunft. Das ist der Grund, warum ein australischer Schwarzopal und ein äthiopischer Welo-Opal so unterschiedlich wirken, obwohl beide „Opal" heißen.

1 · Sedimentär

Der häufigste Weg. Wasser löst Kieselsäure aus Sandstein, sickert in Hohlräume und verdunstet über erdgeschichtliche Zeiträume. So entstand der Großteil der australischen Vorkommen, darunter weißer Opal, Kristallopal und der begehrte Schwarzopal. Auf dem Feld sieht das so aus: In Coober Pedy türmen sich weiße, kreidehelle Abraumhügel in der Wüste. Der Rohstein ist blass und staubig, fast wie Kreide. Erst wenn du ihn kippst, blitzt im Riss ein Farbspiel auf. In Lightning Ridge sitzt derselbe Prozess in dunklem Tonstein, deshalb wirkt der Stein dort schwarz.

Rohopal im hellen Sandstein, Coober Pedy, in der Hand. Das Farbspiel sitzt in Taschen im Stein.
Rohopal im hellen Sandstein, Coober Pedy, in der Hand. Das Farbspiel sitzt in Taschen im Stein.

2 · Vulkanisch

Kieselsäurehaltiges Wasser füllt Hohlräume in vulkanischem Gestein wie Rhyolith oder Tuff. So entstehen die äthiopischen Welo-Opale mit ihren lebendigen Farben sowie die orange-roten Feueropale aus Mexiko. In Querétaro und Magdalena ist das Muttergestein ziegelroter, poröser Rhyolith. Der Feueropal sitzt in alten Gasblasen wie Honig in einem Wabenloch: klar, orange bis rot, oft durchsichtig. Drumherum Kakteen, trockene Hügel, vulkanisches Hochland. Kein Wüstensandstein, sondern erkaltete Lava.

Mexikanischer Feueropal im Muttergestein, in der Hand, so wie gefunden.
Mexikanischer Feueropal im Muttergestein, in der Hand, so wie gefunden.

3 · Organisch (Versteinerung)

Hier ersetzt Kieselsäure Stück für Stück organisches Material. So entstehen Holzopal und opalisierte Fossilien, in Lightning Ridge sogar opalisierte Muscheln und Dinosaurierknochen. Der Rohstein sieht oft noch aus wie das Original: Jahresringe im Holz, die Wölbung einer Muschel, die Poren eines Knochens. Nur dass das Gewebe durch Opal ersetzt ist und beim Kippen in Grün und Blau aufleuchtet.

Opalisiertes Fossil, so wie gefunden.
Opalisiertes Fossil, so wie gefunden.

4 · Boulder

In Queensland, rund um Quilpie und Yowah, füllt Opal feine Risse in Knollen aus Eisenstein. Das Muttergestein ist rostbraun bis schwarzbraun und bleibt als Rückseite Teil des Steins. Auf dem Feld liegen die Knollen wie ganz normale Brauneisen-Brocken im offenen Tagebau. Erst der Riss zeigt das Farbspiel. Genau deshalb ist ein Boulder-Opal braun: nicht der Opal, sondern der Eisenstein, in dem er gewachsen ist.

Boulder-Opal im braunen Eisenstein, Queensland. Das Farbspiel sitzt als Ader im Stein.
Boulder-Opal im braunen Eisenstein, Queensland. Das Farbspiel sitzt als Ader im Stein.

Jede dieser Entstehungsarten bringt eigene Opal-Typen hervor, vom schwarzen Opal über den äthiopischen Welo-Opal bis zum Boulder-Opal und Feueropal. Einen Überblick über alle Opalarten findest du im Lexikon.

Gut zu wissen

Rund 95 Prozent der weltweiten Edelopale stammen aus Australien. Bei Liberty Angels findest du eine Vielzahl sämtlicher Opalarten.

Weltkarte: Wo Opale entstehen

Echt gewachsen oder im Labor gemacht?

Seit den 1970er-Jahren gibt es synthetische Opale, die der natürlichen Kügelchen-Struktur nachempfunden sind, erzeugt in Wochen statt Jahrmillionen. Dazu kommen reine Imitate aus Kunststoff oder Glas. Beide sind nicht „falsch" im Sinne von wertlos, aber eben nicht in der Erde gewachsen. So unterscheidest du echt von gemacht:

Natürlich gewachsen

über Jahrmillionen in der Erde

  • unregelmäßiges, lebendiges Farbenspiel, das sich mit dem Blickwinkel bewegt
  • feine Einschlüsse und kleine Naturmerkmale
  • kühl auf der Haut, fühlt sich „steinig" an
  • jedes Stück ist ein Unikat

Labor & Imitat

in Wochen erzeugt oder nachgeahmt

  • oft zu regelmäßiges Muster, manchmal ein Säulen- oder Schlangenhaut-Effekt
  • auffällig makellos, ohne jede Naturspur
  • Kunststoff fühlt sich warm und leicht an
  • viele Steine sehen identisch aus

Die ausführliche Anleitung mit allen Details liest du hier: Echten Opal erkennen: die 5 sichersten Merkmale.

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Häufige Fragen zur Entstehung von Opalen

Wie entstehen Opale?

Opale entstehen, wenn kieselsäurehaltiges Wasser in Gesteinshohlräume sickert, verdunstet und winzige Siliziumdioxid-Kügelchen zurücklässt. Über Millionen Jahre erstarren diese zu festem Opal.

Wie lange dauert es, bis ein Opal entsteht?

Millionen Jahre. Die australischen Vorkommen liegen in Gestein, das über hundert Millionen Jahre alt ist.

Woraus besteht ein Opal?

Aus amorphem Siliziumdioxid mit eingelagertem Wasser (SiO₂·nH₂O). Der Wasseranteil liegt meist zwischen 3 und 21 Prozent.

Warum haben Opale ein Farbenspiel?

Winzige, gleich große Kügelchen liegen in einem regelmäßigen Gitter und beugen das Licht wie ein Regenbogen. Die Größe der Kügelchen entscheidet über die Farbe: klein für Blau, groß für Rot.

Wo entstehen die meisten Opale?

Rund 95 Prozent der Edelopale stammen aus Australien. Weitere wichtige Quellen sind Äthiopien für Welo-Opale und Mexiko für Feueropale.

Kann man Opale künstlich herstellen?

Ja. Seit den 1970er-Jahren gibt es synthetische Opale, die die Kügelchen-Struktur nachbilden.

Wie entsteht Holzopal?

Durch Versteinerung: Kieselsäure ersetzt nach und nach das organische Material von Holz oder anderen Fossilien, bis ein opalisiertes Abbild zurückbleibt.

Wenn du unsicher bist oder Fragen hast, kannst du uns gerne jederzeit kontaktieren, auch wenn du den Opal nicht bei uns erworben hast. Kontaktformular, Mail an cs@libertyangels.de oder anrufen: +49 171 1603048.

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